Sie kommen aus den Niederlanden, Dänemark und Frankreich, um der NS-Opfer zu gedenken – Angehörige ehemaliger KZ-Häftlinge der Lager in Mühlenberg, Ahlem und Stöcken sind im April und Mai im Rahmen unterschiedlicher Gedenkveranstaltungen in Hannover zu Gast. Denn in diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 80. Mal.
Als Lernort zur Auseinandersetzung mit der hannoverschen Stadtgeschichte hat das ZeitZentrum Zivilcourage das zum Anlass genommen und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bildungsinstitutionen, Vereinen und Jugendgruppen ein facettenreiches Programm erstellt. Unter dem Motto „80 Jahre. Befreiung – Brüche – Kontinuitäten“ gibt es in den kommenden Wochen und Monaten mehrere Gedenk- und Informationsveranstaltungen.
Besondere Momente des Programms:
Am 4. April gedenken niederländische Angehörige ehemaliger KZ-Häftlinge des Außenlagers Mühlenberg ihrer ermordeten Familienangehörigen am KZ-Mahnmal auf dem Friedhof Seelhorst.
In Ahlem und Limmer wird am 10. April zusammen mit Oberbürgermeister Belit Onay der Befreiung der Lager durch US-Truppen gedacht. Auch eine Enkelin eines an der Befreiung beteiligten US-Soldaten wird dabei anwesend sein.
Außerdem wird am 23. April ein Stolperstein für Kurt Schumacher in der Heinrich-Heine-Straße verlegt. Der SPD-Politiker gilt als einer der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland. Er beteiligte sich früh am Widerstand gegen das NS-Regime und war für fast zehn Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert.
Am 8. Mai gedenken Angehörige ehemaliger Häftlinge des KZ Stöcken aus Dänemark und Frankreich gemeinsam mit Oberbürgermeister Belit Onay am Ehrenfriedhof zum Tag der Befreiung. Am Abend wird dann der neue Rundweg über das Gelände des ehemaligen KZ Stöcken eingeweiht.
Zu den zahlreichen weiteren geplanten Veranstaltungen betont Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender: „Es ist von großer Bedeutung, dass wir die Geschichte nicht vergessen, um unsere demokratischen Werte zu stärken – besonders in Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus weltweit. Dieses Gedenken ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf zur Zivilcourage in der Gegenwart. Demokratie und Menschlichkeit sind Werte, die wir nicht für selbstverständlich nehmen dürfen.“
Das ZeitZentrum Zivilcourage lädt alle Interessierten ein, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen und gemeinsam einen bedeutenden Teil unserer Geschichte zu reflektieren.