Regionale Kunstszene

Atelierspaziergang

Kunst hautnah erleben, wo sie entsteht: Der Atelierspaziergang ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei der Künstler*innen ihre Studios für ein breites Publikum öffnen.

Atelierspaziergang 2027

Kunst und Künstlichkeit

Begleitausstellung im Schloss Landestrost, Neustadt a. Rbge.

Eröffnung: Freitag, 21. Mai 2027, 18 Uhr
Ausstellung: 21. Mai bis 4. Juli 2027
Öffnungszeiten: Do, Fr & Sa, 14 bis 18 Uhr, So, 12 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei

Offene Ateliers: Samstag, 22. Mai und Sonntag, 23. Mai 2027, jeweils 12 bis 18 Uhr

Der Atelierspaziergang 2027 steht unter dem Motto „Kunst und Künstlichkeit“. Das Thema der begleitenden Ausstellung im Schloss Landestrost steht im Zusammenhang mit kulturhistorischen und künstlerischen Diskursen zum Thema Menschsein und Wirklichkeitsbezug. Was bedeutet „künstlich“ in einer Gegenwart, in der Bilder, Texte, Sounds und Objekte zunehmend technisch erzeugt, verändert und vervielfältigt werden können?

Das Prinzip „Kunst als Nachahmung der Natur“ (griechisch „Mimesis“) gehört zu den einflussreichsten Leitbegriffen der europäischen Ästhetik- und Kunstgeschichte. Für die Maler der Renaissance war die Mimesis das höchste Ziel. Sie bezogen sich auf einen antiken malerischen Wettstreit: Als Zeuxis die Trauben so naturgetreu malte, dass Vögel herbeiflogen, um an ihnen zu picken, führte Parrhasius im Gegenzug Zeuxis hinters Licht, als er ihm ein Gemälde mit einem Vorhang präsentierte und dieser verzweifelt den Vorhang beiseite ziehen wollte. Nach einem moderneren Kulturverständnis späterer Jahrhunderte wohnt Kunst die Kraft inne, mittels konzeptueller Idee, künstlerischer Technik und Auswahl der Materialien, die in der Natur schlummernden Potentiale durch schöpferische Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen, sie gar zu überbieten.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen halbsynthetische Kunststoffe und ihre industrielle Nutzung auf. Zelluloid (1869) gilt als der Auftakt ins Kunststoffzeitalter. Zunächst aus Elfenbein, wurden aus dem ersten thermoplastischen Kunststoff Billardkugeln, Fotofilme, Kämme und Zahnbürsten hergestellt. Gleichzeitig wurden erste synthetische Farbstoffe entwickelt und die Geburtsstunde der chemischen Industrie eingeleitet: Bayer, BASF, Agfa und die Hoechst AG. Als größter Innovationsmotor für Hochleistungskunststoffe galt die Raumfahrt ab den 1950er Jahren. Der erhöhte Bedarf nach Konsumgütern und Massenproduktion setzte nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Popkultur ist Plastikkultur. Ein Trinkstrohhalm ist in fünf Sekunden hergestellt, braucht aber 500 Jahre um sich zu zersetzten. Modernes Leben ist ohne Kunststoffe nicht möglich.

Kunst war stets künstlich: Sie schafft Formen, Bilder und Räume, die nicht einfach vorgefunden werden. Heute erhält dieser Gedanke zusätzliche Aktualität. Industrielle Materialien, digitale Werkzeuge, virtuelle Bildwelten und „Social Media“ verändern Produktionsweisen, Wahrnehmungen und Vorstellungen von Urheber*innenschaft.

Das Konzept der Künstlichkeit erfährt nicht nur durch den Diskurs um Künstliche Intelligenz einen immensen Auftrieb. Ihr wird eine schöpferische Wirkmächtigkeit zugeschrieben, die in nicht unerheblichen Teilen unsere gegenwärtige Realität prägt und die Forschende mitunter dazu verleitet, KI mit göttlichen Attributen zu versehen.

Der Atelierspaziergang 2027 widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Original und Reproduktion, Handwerk und Technik, Intuition und Programmierung, Natur und Konstruktion. Künstlichkeit kann dabei Täuschung, Oberfläche und Inszenierung meinen – ebenso aber auch bewusste Gestaltung, Erfindungskraft und die Freiheit, Wirklichkeit anders und neu zu denken:

  • Wie bilden aktuelle künstlerischen Positionen die Beschäftigung mit dem Thema Kunst und Künstlichkeit ab;
  • was können künstlerische Arbeiten in diesem Zusammenhang zeigen und veranschaulichen;
  • welche verschiedenen Lesarten werden dem Publikum geboten, welche Fragen werden gestellt?

Der Fachdienst Kultur und Medienbildung der Region Hannover lädt Künstler*innen, die in der Region Hannover leben und arbeiten, herzlich ein, sich mit einer Arbeit um die Teilnahme zu bewerben.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Motto „Kunst und Künstlichkeit“ bietet den thematischen Ausgangspunkt für die Bewerbung und das Auswahlverfahren.

Der Antragsschluss für die Bewerbungen ist der 31.01.2027.

www.atelierspaziergang-region-hannover.de
 

Atelierspaziergang 2027: Teilnahmebedingungen

Wer:

  • Einzelkünstler*innen und Ateliergemeinschaften mit bis zu drei Kunstschaffenden.
  • Es können grundsätzlich nur Kunstschaffende teilnehmen, die in der Region Hannover leben oder arbeiten.
  • Teilnehmende Künstler*innen können max. zwei Gastkünstler*innen einladen,
    • die über kein eigenes Atelier verfügen,
    • die andernorts wohnen, aber durch Herkunft oder Studium einen engen Bezug zur Region Hannover haben.

Voraussetzungen:

  • Qualifizierte, abgeschlossene künstlerische Ausbildung,
  • keine Hobbykunst.

Verfahren:

  • Die Künstler*innen bewerben sich sowohl für die Teilnahme an der Ausstellung als auch am Atelierspaziergang - unter Benennung der gegebenenfalls im Atelier aufzunehmenden Gastkünstler*innen 
  • bis zum 31.01.2027 beim Fachdienst Kultur und Medienbildung der Region Hannover.
  • Die vom FD Kultur aufgrund der Bewerbungen ausgewählten Künstler*innen werden von der Region Hannover eingeladen, an der Ausstellung und am Atelierspaziergang teilzunehmen. Deren Gastkünstler*innen bewerben sich nicht separat beim FD Kultur. Sie nehmen am Atelierspaziergang am 22. und 23. Mai teil, nicht aber an der Ausstellung im Schloss Landestrost.

Ateliers:

  • Die Ateliers sollten gut zugänglich sein und ohne Gefährdung betreten werden können.
  • Die Atelieröffnungszeiten sollten im Vorfeld mit den Hausgemeinschaften und ggf. mit Vermieter*innen abgeklärt werden, damit an dem Wochenende keine Komplikationen durch den Publikumsverkehr entstehen.
  • Die Region Hannover übernimmt keine Haftung für Unfälle.

Bewerbung:

  • Die eingereichte Arbeit muss auf das Thema Kunst und Künstlichkeit Bezug nehmen.
  • Neue Arbeiten müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vollständig fertiggestellt sein, das Konzept und die geplante Umsetzung sollen aber nachvollziehbar und stimmig sein.
  • Enthält aussagekräftiges Informationsmaterial zu einer zwei- oder dreidimensionalen Arbeit, bestehend aus einer Werkbeschreibung, einem kurzen Teilnahme-Motivationsschreiben sowie einem Artist-Statement zur generellen künstlerischen Zielsetzung.
  • Enthält eine aussagekräftige Abbildung/Zeichnung der eingereichten Arbeit als JPEG- oder PDF-Datei, einschließlich Technik- und Maßangaben.
  • Die Größe der eingereichten Arbeit soll eine Breite von insgesamt 150 cm nicht überschreiten. Bewerbungen mit kleineren Arbeiten sind ausdrücklich erwünscht.
  • Enthält ausführliche Angaben zum künstlerischen Werdegang mit Ausstellungsverzeichnis und Hinweisen zur Internet-Präsenz.

Bewerbungsschluss, Einlieferung:

Online-Bewerbung bis zum 31.01.2027 an: 

Tobias.Chriske-Methner@region-hannover.de

Mit der Bewerbung werden die Teilnahmebedingungen anerkannt. Nach der Jury-Auswahl durch den Fachdienst Kultur und Medienbildung der Region Hannover erfolgt die Einlieferung der Arbeiten nach vorheriger Absprache ins Haus der Region/Hannover am 4. und 5.5.2027 und ins Schloss Landestrost/Neustadt a. Rbge. vom 10. – 12.05.2027.

Kontakt:

Tobias Chriske-Methner, tobias.chriske-methner@region-hannover.de, 0511 616–23230

Internet:

www.atelierspaziergang-region-hannover.de

www.region-hannover-kultur.de


 Rückblick

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Einblick in die Begleitausstellung

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